Die Sammlungen
Herausragende Lalique-Sammlungen werden weltweit ausgestellt, insbesondere im Gulbenkian-Museum in Lissabon, im Musée des Arts Décoratifs in Paris oder im Lalique-Museum im japanischen Hakone, welche hauptsächlich Schmuckstücke von René Lalique umfassen. Das Lalique-Museum in Wingen-sur-Moder beschloss, das gesamte Schaffen des Künstlers hervorzuheben und den Schwerpunkt hauptsächlich auf Laliques Produktion in Wingen-sur-Moder zu legen: das Glas und Kristallglas.
Die Schmuckstücke
Die ausgestellten Werke sind Zeugen von René Laliques kreativem Genie. Der anfangs als Juwelier tätige Künstler verhalf der Juwelierkunst zu einer richtiggehenden neuen Blüte, und zwar sowohl auf der Ebene der Inspirationsquellen als auch der verwendeten Werkstoffe. Er zögerte somit nicht, Werkstoffe zu verwenden, die als weniger edel galten, wie Horn, Elfenbein oder Email. Gerade die Forschungsarbeiten in Bezug auf letzteren Werkstoff bewegten Lalique übrigens dazu, sich für das Glas zu interessieren, dessen Zusammensetzung sich ähnlich gestaltet.

Das Jahr 1900 kennzeichnet den Höhepunkt von René Laliques Laufbahn als Juwelier. In diesem Jahr fand auch die Weltausstellung in Paris statt, auf der er einen Stand betrieb. Lassen Sie sich mitreißen von der Menschenmenge und entdecken Sie diese Veranstaltung im Museum dank eines großformatigen Videos.
Die Zeichnungen
René Lalique zeichnete viel, und er zeichnete gut. Als Thema richtiggehender Studien erwachten die Schmuckstücke auf dem Papier zum Leben. Originalwerke sind im Graphikkabinett des Museums ausgestellt. Die zwingenden Vorgaben für ihre einwandfreie Aufbewahrung – damit die Farben möglichst optimal geschützt werden können – setzen 4 Ausstellungswechsel pro Jahr voraus.

Die Parfümflakons
Die im Anschluss an die Begegnung zwischen René Lalique und François Coty geschaffenen Parfümflakons kennzeichnen den endgültigen Übergang des Schmuckschöpfers auf den Werkstoff Glas. Der Besucher kann im Museum mehr als 230 Parfümflakons bewundern, bei denen es sich um Leihgaben von Silvio Denz, einem großen Sammler, geschäftsführenden Direktor und Eigentümer der Firma Lalique handelt.

Das Glas
Nach dieser Einführung mit den Parfümflakons diversifizierte René Lalique seine Produktion. Tafelkultur, Dekorationsgegenstände, Kronleuchter, Vasen wurden in seinen Katalog aufgenommen.
Bei der Exposition des arts industriels et décoratifs in Paris im Jahr 1925 plante René Lalique im Großen und stellte Monumentalwerke wie den Brunnen Die Quellen Frankreichs vor.
Die Kirchenkunst ist ein vielleicht weniger bekannter Schaffensbereich von Lalique, den Sie vor allem dank eines Films kennenlernen können, welcher in Kirchen in Douvres-la-Délivrande, Reims, Paris und Jersey gedreht wurde.

Das Lalique-Kristall
Das Know-how wird in Wingen-sur-Moder weitergeführt. Nach René Laliques Tod trat sein Sohn Marc seine Nachfolge an. Er prägte das Unternehmen, indem er den Übergang vom Glas auf das Kristallglas einleitete, welches ihn aufgrund seines Spiels mit dem Licht interessierte. Seine Tochter Marie-Claude löste ihn anschließend in den 1970er Jahren ab. Die Firma Lalique ist seit 2008 Teil der schweizerischen Unternehmensgruppe Art et Fragrance, welche Silvio Denz gehört.
Die verschiedenen Herstellungsetappen der Vase Bacchantinnen können im Museum anhand einer Tasttafel verfolgt werden, wobei eine Bildschirmwand die Glasmacher würdigt, welche in der Manufaktur arbeiten (Achtung, sie kann nicht besichtigt werden!).

