Der Glasmacherstandort Hochberg
Die Glashütte Hochberg: hundertfünfzig Jahre betriebliche Tätigkeit
Die im Jahr 1715 gegründete und bis ins Jahr 1868 in Betrieb befindliche Glashütte Hochberg stellte Flaschen, Uhrengläser und Fensterglas her und spezialisierte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts auf diese Produktion.
Nach einer auf dem gesamten Standort durchgeführten archäologischen Diagnose wurden im Dezember 2007 Ausgrabungen vom Pôle d’Archéologie interdépartemental rhénan durchgeführt. Sie ermöglichten ein besseres Verständnis der Betriebsweise der Halle, also des aus Holz auf steinernen Fundamenten errichteten Gebäudes, welches das Herzstück der Glashütte bildete.
Das Leben spielte sich um diese Halle herum ab: Häuser wurden in ihrer Nähe errichtet und das erste Rodeland in Felder und Wiesen umgewandelt, da die Glasmacher neben ihrer Arbeit in der Glashütte in der Landwirtschaft und als Hirten tätig waren.

Das Schloss Teutsch
Das Schloss Teutsch wiederum wurde 1863 vom damaligen Eigentümer der Glashütte, Edouard Teutsch, erbaut. Er ging etwas später als streitbarer Abgeordneter in die elsässische Geschichte ein. Als republikanisch gesinnter Generalrat wurde er im Jahr 1871 während des deutsch-französischen Kriegs in die Nationalversammlung gewählt. Seine Stimme blieb eng verbunden mit der von Victor Hugo und Léon Gambetta, welche gegen die Annektierung der Region Elsass-Moselle protestierten. Im Jahr 1874 wurde er in den Reichstag gewählt und prangerte diese Einverleibung erneut an.
Nachdem er sich schließlich für Frankreich entschieden hatte und zum Leiter der Finanzverwaltung ernannt worden war, verbrachte er jeden Sommer in seinem Anwesen am Hochberg. Seine Tochter Marguerite beschrieb es mit diesen Worten: Der Park war sehr groß, schöne Bäume, Blumenbeete während der zwei Ferienmonate. Eine herrliche Tannenallee führte an der Ausfahrt zu den Häusern und zum Hof. In einem Teich genau vor dieser Ausfahrt konnten die Flusskrebse am Leben gehalten werden, die einweichen sollten. [...] Eine Diana mit Hirschkuh machte sich sehr gut. Der Park war ziemlich weitläufig und schloss mit einem Pavillon, einem malerischen Häuschen ab. Die Pfauen spazierten durch den Park und waren schön anzusehen. Alles zusammen ergab ein sehr schönes Anwesen.
Das Schloss Teutsch ist heute Eigentum der Stadt Bischheim und ermöglicht den Empfang von Gruppen, sei es im Rahmen von Ferienzentren oder von Hochzeiten und Seminaren.

