Das architektonische Projekt

Schaffung eines Schatzkästchens

Das Lalique-Museum liegt in einem durchweg außergewöhnlichen landschaftlichen Rahmen. Denn es wurde am Standort einer ehemaligen Glashütte, der Glashütte Hochberg eingerichtet, welche im 18. und 19. Jahrhundert in Betrieb war. Unter der Aufsicht des Büros Wilmotte, von dem Projekte weltweit geleitet werden, in Verbindung mit den Architekten Chiodetti und Crupi aus Colmar, stellten ungefähr dreißig Unternehmen ihre Kompetenzen und ihr Know-how in den Dienst des Projekts. Die Szenographie wurde in Verbindung mit Ducks Sceno entworfen.

Architekture

Architektonische Haute-Couture

Im Jahr 2004 wurde ein internationaler Architekturwettbewerb ausgerichtet. Die Jury wurde auf die Skizzen von Jean-Michel Wilmotte aufmerksam, an den der Auftrag im Jahr 2005 vergeben wurde. Die Wahrung des baulichen Erbes war eines der wichtigsten Auswahlkriterien, und zwar umso mehr, als der Standort 1996 in das Zusätzliche Verzeichnis des Amtes für Denkmalschutz aufgenommen wurde. Die einwandfreie landschaftliche Eingliederung der neuen Gebäude stellte ein entscheidendes Argument dar. Die ausgewählten Baustoffe – mit Stein und Glas verkleideter Beton – verbinden sich harmonisch mit den bestehenden Gebäuden.

Architektonische Komposition

Die Topographie des Ortes wird als eine Hauptkomponente der Architektur genutzt, während die neuen, in die Erde halb eingelassenen Gebäude über ein begrüntes Dach verfügen, welches wie eine Grünfläche behandelt wird. Sie beherrschen die Natur über eine beeindruckende vorspringende Fassade, welche von der ständigen Ausstellung aus einen Panoramablick über das tiefer gelegene Tal ermöglicht. Mitten im Museum verbirgt sich ein Blumengarten, den man über die Durchgangsgalerien des Museums entdeckt, welche die alten Gebäude mit dem Neubau verbinden und gewissermaßen einen Kreuzgang bilden. Das Gebäude wird durch die Natur in Szene gesetzt und die Natur durch das Gebäude offenbart.

Obgleich der Bauleiter die Landschaft und die ursprüngliche Architektur berücksichtigt und hervorhebt, lag ihm nicht weniger daran, allen Funktionalitäten Rechnung zu tragen, welche für ein im frühen 21. Jahrhundert gegründetes Museum unumgänglich sind. Denn es verfügt neben den Räumen für die ständigen und zeitweiligen Ausstellungen sowie die nicht zugänglichen Bestände über einen Hörsaal mit 85 Plätzen, einen Shop, eine Bewirtungsfläche, pädagogische Workshops...

Das Büro Wilmotte

Es arbeitet in fünf grundlegenden Bereichen – Architektur, Innenarchitektur, Museographie, Städtebau und Design – in der Sorge um das Detail, welche ihm die Fähigkeit verleiht, im kleinsten wie im größten Maßstab tätig zu werden. Es arbeitete im Museumsbereich insbesondere am Louvre, wo es im Jahr 1999 die Abteilung Kunstgegenstände und im Jahr 2000 den Pavillon des Sessions gestaltete. Das Büro Wilmotte wurde ebenfalls mit der Gestaltung des Espace Hennessy in Cognac (1996), des Musée des Beaux-Arts in Lyon (1991-1998), des Modemuseums in Marseille (1993), des Centre National du Costume de Scène in Moulins (2006), des Musée d’Art et d’Industrie in Saint-Etienne (2001) und des Musée du Président Chirac in Sarran (2000) betraut. Im Ausland war es unter anderem für das Nationalmuseum in Beirut (1999), das Nationalmuseum Chiado in Lissabon (1994) und das Museum für islamische Kunst in Doha (2008) tätig. Bei den laufenden Projekten sind das Friedensbuch in Jerusalem, das Rijksmuseum in Amsterdam sowie der Umbau des Musée d’Orsay festzuhalten.

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